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In Verrem - Buch 2.4, 020

Denn welches Gefühl hatte jener dabei, wenn er an seine Verbrechen zurückdenkt, wenn selbst ich bei der Erwähnung derer nicht nur geistlich bewegt werde, sondern auch körperlich erschaudere. Denn mir kommt der Tempel, der Ort und der Kult derer in den Sinn. Alles schwebt mir vor Augen, jener Tag, an dem, als ich nach Henna gekommen war, als die Priester der Ceres bei mir erschienen sind mit Wollbinden und Zweigen, und die Versammlung und der Auflauf der Bürger, bei der ich sprach, alle seufzten und stöhnten, dass bei der ganzen Bevölkerung höchste Trauer zu herrschen schien. Jene klagten nicht über die willkürliche Auflage der zehnten, nicht über die Plünderungen, nicht über die ungebührliche Willkür dieses, nicht über die Gewalt, nicht über Beleidigungen, von denen sie gequält und unterdrückt worden waren. Sie wollten, dass die Macht der Ceres, das Alter der Gottesdienste und die Heiligkeit des Tempels gesühnt werden, durch die Bestrafung des verbrecherischsten und wagemutigsten; sie sagten, dass sie alles übrige dulden und vernachlässigen würden. Dieser Schmerz war so groß, dass Verres als zweiter Hades nach Henna gekommen zu sein schien, nicht nur, um die Proserpia zu rauben, sondern auch, die Ceres fortzuschleppen schien.

Autor: Steffi