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In Verrem - Buch 2.4, 016

Wie glaubtest du, dass die auswärtigen Völker dies hinnehmen werden, wie ,dass sich das Gerücht dieser deiner Tat in den Königreichen der anderen und in den entferntesten Ländern verbreiten wird, wenn sie hören, dass von einem Prätor des römischen Volkes in seiner Provinz ein König gekränkt, ein Gastfreund beraubt, ein Bundesgenosse und Freund des römischen Volkes verjagt wurde? Wisset, ihr Richter, dass euer Name und der des römischen Volkes den auswärtigen Völkern zu Hass und Widerwärtigkeit gereichen wird, wenn dieses so große Unrecht dessen da unbestraft bliebe. So werden alle glauben, zumal da sich dieses Gerücht über die Habsucht und die Begehrlichkeit unserer Leute verbreitet hat, dass dies nicht allein die Tat dessen da war, sondern auch derer, die sie billigten. Viele Könige, viele unabhängige Gemeinden, viele reiche und einflussreiche Privatmänner haben sicherlich im Sinn das Kapitol so auszuschmücken wie es die Würde des Tempels und der Name unseres Reiches verlangt. Wenn diese bemerkt haben, dass ihr über dieses unterschlagenen Königsgeschenk entrüstet wart, werden sie glauben, dass ihr Zeichen der Zuneigung und ihre Geschenke dem römischen Volk willkommen sein werden; wenn sie aber hören, dass ihr dies bei solch einem noblen König, solch einem außergewöhnlichen Gegenstand und solch widerwärtigem Verbrechen ungestraft lasst, werden sie nicht so dumm sein, dass sie Mühe, Sorgfalt und Geld für die Dinge aufwenden, die euch , wie sie glauben, gar nicht willkommen sind.

Autor: linda_90_w