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In Verrem - Buch 2.4, 007-008


Lateinisches Original:
[7] Haec omnia quae dixi signa, iudices, ab Heio e sacrario Verres abstulit; nullum, inquam, horum reliquit neque aliud ullum tamen praeter unum pervetus ligneum, Bonam Fortunam, ut opinor; eam iste habere domi suae noluit. Pro deum hominumque fidem! quid hoc est? quae haec causa est, quae ista impudentia? Quae dico signa, antequam abs te sublata sunt, Messanam cum imperio nemo venit quin viserit. Tot praetores, tot consules in Sicilia cum in pace tum etiam in bello fuerunt, tot homines cuiusque modi—non loquor de integris, innocentibus, religiosis —tot cupidi, tot improbi, tot audaces, quorum nemo sibi tam vehemens, tam potens, tam nobilis visus est qui ex illo sacrario quicquam poscere aut tollere aut attingere auderet: Verres quod ubique erit pulcherrimum auferet? nihil habere cuiquam praeterea licebit? tot domus locupletissimas istius domus una capiet? Idcirco nemo superiorum attigit ut hic tolleret? ideo C. Claudius Pulcher rettulit ut C. Verres posset auferre? At non requirebat ille Cupido lenonis domum ac meretriciam disciplinam; facile illo sacrario patrio continebatur; Heio se a maioribus relictum esse sciebat in hereditate sacrorum, non quaerebat meretricis heredem.

[8] Sed quid ego tam vehementer invehor? verbo uno repellar. 'Emi,' inquit. Di immortales, praeclaram defensionem! Mercatorem in provinciam cum imperio ac securibus misimus, omnia qui signa, tabulas pictas, omne argentum, aurum, ebur, gemmas coemeret, nihil cuiquam relinqueret! Haec enim mihi ad omnia defensio patefieri videtur, emisse. Primum, si id quod vis tibi ego concedam, ut emeris,—quoniam in toto hoc genere hac una defensione usurus es,— quaero cuius modi tu iudicia Romae putaris esse, si tibi hoc quemquam concessurum putasti, te in praetura atque imperio tot res tam pretiosas, omnis denique res quae alicuius preti fuerint, tota ex provincia coemisse?


Übersetzung:
(7) All diese Götterbilder, von denen ich sprach, Richter, raubte Verres dem Heius aus der Hauskapelle. Keins davon, sage ich, ließ er zurück und doch nicht irgendein anderes außer ein uraltes (Götterbild) aus Holz, die Göttin des guten Schicksals, wie ich glaube; diese wollte dieser da nicht in seinem Haus haben. Beim Glauben an Götter und Menschen! Was ist das (für ein Zustand)? Was ist das für ein Vorgang, was ist das für eine Schamlosigkeit? Bevor die Götterstatuen, von denen ich rede, von dir weggenommen worden sind, ist niemand mit Befehlsgewalt nach Messana gekommen, der sie nicht besichtigt hat. So viele Prätoren, so viele Konsuln waren in Sizilien sowohl in Friedens- als auch ganz besonders in Kriegszeiten, so viele Menschen jeglicher Art – ich spreche nicht über die Untadeligen, die Unschuldigen, die Gottesfürchtigen – so viele Habsüchtige, so viele Schlechte, so viele Unverschämte, von denen sich niemand so stark, so mächtig, so einflussreich vorkam, dass er es gewagt hätte etwas aus jener Hauskapelle zu fordern oder zu entnehmen oder anzufassen: Verres sollte alles wegnehmen (dürfen), was überall das Schönste sein wird? Wird *niemandem* außer ihm *etwas* zu besitzen erlaubt sein?* *Wird dessen eines Haus so viele sehr wohlhabende Häuser in sich aufnehmen?* *Rührte deshalb niemand von den Vorigen (Amtsinhabern) etwas an, damit dieser es mitnimmt? Brachte Gaius Claudius Pulcher es (= die Leihgaben) deshalb zurück, damit Gaius Verres es rauben konnte/könne? (…)

(8) Aber wozu schimpfe ich so heftig? Durch ein Wort werde ich zurückgestoßen werden: „Ich habe es gekauft“, sagt er. Bei den unsterblichen Göttern, was für eine glänzende Verteidigung! Wir schickten einen Kaufmann mit Befehlsgewalt und Beilen (Zeichen für Amtsgewalt) in die Provinz, damit dieser alle Götterstatuen, Gemälde, alles Silber, Gold, Elfenbein, alle Edelsteine zusammenkaufte, nichts irgendeinem zurückließ! Dies scheint mir nämlich bei allem als Verteidigung offen zu stehen, dass er es gekauft habe. Zuerst, wenn es das ist, was du willst, (so) werde ich dir zugestehen, dass du gekauft hast – weil du ja in dieser ganzen Angelegenheit diese eine Verteidigung benutzen willst -, frage ich, nach welcher Art deiner Meinung nach Gerichte in Rom sind, wenn du geglaubt hast, dass dir jemand dieses zugestehen wird, dass du in deiner Prätur und mit deiner Befehlsgewalt so viele so kostbare Sachen, schließlich alle Sachen, die von irgendeinem Wert waren, aus der ganzen Provinz zusammengekauft hast?

Autor: Janine