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In Verrem - Buch 2.4, 003-005

Lateinisches Original:
[3] Vnde igitur potius incipiam quam ab ea civitate quae tibi una in amore atque in deliciis fuit, aut ex quo potius numero quam ex ipsis laudatoribus tuis? Facilius enim perspicietur qualis apud eos fueris qui te oderunt, qui accusant, qui persequuntur, cum apud tuos Mamertinos inveniare improbissima ratione esse praedatus. C. Heius est Mamertinus—omnes hoc mihi qui Messanam accesserunt facile concedunt—omnibus rebus illa in civitate ornatissimus. Huius domus est vel optima Messanae, notissima quidem certe et nostris hominibus apertissima maximeque hospitalis. Ea domus ante istius adventum ornata sic fuit ut urbi quoque esset ornamento; nam ipsa Messana, quae situ moenibus portuque ornata sit, ab his rebus quibus iste delectatur sane vacua atque nuda est.

[4] Erat apud Heium sacrarium magna cum dignitate in aedibus a maioribus traditum perantiquum, in quo signa pulcherrima quattuor summo artificio, summa nobilitate, quae non modo istum hominem ingeniosum et intellegentem, verum etiam quemvis nostrum, quos iste idiotas appellat, delectare possent, unum Cupidinis marmoreum Praxiteli; nimirum didici etiam, dum in istum inquiro, artificum nomina. Idem, opinor, artifex eiusdem modi Cupidinem fecit illum qui est Thespiis, propter quem Thespiae visuntur; nam alia visendi causa nulla est. Atque ille L. Mummius, cum Thespiadas, quae ad aedem Felicitatis sunt, ceteraque profana ex illo oppido signa tolleret, hunc marmoreum Cupidinem, quod erat consecratus, non attigit.

[5] Verum ut ad illud sacrarium redeam, signum erat hoc quod dico Cupidinis e marmore, ex altera parte Hercules egregie factus ex aere. Is dicebatur esse Myronis, ut opinor, et certe. Item ante hos deos erant arulae, quae cuivis religionem sacrari significare possent. Erant aenea duo praeterea signa, non maxima verum eximia venustate, virginali habitu atque vestitu, quae manibus sublatis sacra quaedam more Atheniensium virginum reposita in capitibus sustinebant; Canephoroe ipsae vocabantur; sed earum artificem—quem? quemnam? recte admones—Polyclitum esse dicebant. Messanam ut quisque nostrum venerat, haec visere solebat; omnibus haec ad visendum patebant cotidie; domus erat non domino magis ornamento quam civitati.


Übersetzung:
(3) Womit also werde ich lieber anfangen als mit dieser Bürgerschaft/Gemeinde, welche eine deine Liebe und Zuneigung hatte (die sich deiner Liebe und Zuneigung erfreute), oder mit welcher Gruppe eher als mit deinen Entlastungszeugen selbst? Es wird nämlich leichter durchschaut werden, wie du dich bei diesen verhalten hast (wörtl.: wie du bei diesen beschaffen warst), die dich hassen, die dich anklagen, die dich gerichtlich verfolgen, wenn entdeckt werden sollte, dass du bei deinen Mamertinern aus schlechtem Beweggrund Beute gemacht hast. Der Mamertiner Gaius Heius ist – alle gestehen mir dies leicht zu, die Messana erreicht haben – außerordentlich geschmückt mit allen Sachen in jener Bürgerschaft. Sein Haus ist vielleicht das beste/schönste Messanas, jedenfalls allerdings sicher das bekannteste und für unsere Leute das offenste und gastfreundlichste. Dieses Haus war vor der Ankunft des Verres so geschmückt, dass es auch Schmuck für die Stadt war; denn selbst Messana, das durch die günstige Lage, durch die Stadtmauern und einen Hafen geschmückt ist, ist ziemlich leer und nackt von diesen Dingen, die Verres erfreuen.

(4) Bei Heius im Haus gab es eine sehr alte Hauskapelle, die mit großer Würde von den Vorfahren weitergereicht worden war, in welcher die vier schönsten Statuen von höchster Kunstfertigkeit, von höchster Vortrefflichkeit standen, die (? signa) nicht nur diesen scharfsinnigen und kunstverständigen Mann, sondern auch jeden beliebigen von uns, welche er Laien nennt, erfreuen konnten: eine aus Marmor war eine Statue des Cupido, gefertigt von Praxiteles. Natürlich habe ich auch, während ich gegen diesen da die Untersuchung anstelle, die Namen der Künstler (kennen)gelernt. Derselbe Künstler, glaube ich, schuf jenen Cupido von derselben Art, der in Thespiae steht und wegen dem Thespiae besichtigt wird; denn es gibt keinen anderen Grund es (Thespiae) zu besichtigen. Und jener Lucius Mummius hat, obwohl er die Thespiaden (Statuen), die beim Tempel der Felicitas sind, und die übrigen nicht geweihten Statuen aus jener Stadt geraubt hat, diesen marmornen Cupido, weil er geweiht war, nicht angerührt.

(5) Aber um zu dieser Kapelle zurückzukehren: diese (Statue), über die ich spreche, war ein Götterbild Cupidos aus Marmor, auf der anderen Seite ein Herkules, herausragend aus Erz gefertigt. Dieser, sagte man, sei von Myron (gefertigt), wie ich vermute, - ja, sicher. Ebenso standen vor diesen Göttern kleine Altäre, die jedem beliebigen die religiöse Bedeutung der Kapelle zeigen konnten. Außerdem gab es 2 Götterbilder aus Erz, nicht sehr groß, aber von außerordentlicher Anmut, mit mädchenhafter Gestalt und Kleidung, die mit erhobenen Händen irgendwelche Kultgegenstände nach Brauch der Jungfrauen von Athen auf ihren Köpfen aufgelegt trugen; Sie selbst wurden Kanephoren genannt; aber sie sagten, dass der Künstler von diesen – wer? Wer denn? Du erinnerst mich richtig – Polyklet ist. Er pflegte, so wie jeder von uns nach Messana gekommen war, diese (Statuen) zu besichtigen. Diese standen allen zur täglichen Besichtigung offen; das Haus war für den Hausherren nicht mehr Schmuck als für die Stadtbürgerschaft. (…)

Autor: Janine