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In Verrem - Buch 2.5, 145-146

[145] Welches Schiff auch immer aus Asien, welches aus Syrien, welches aus Tyrus, welches aus Alexandria kam, wurde sofort von bestimmten Spionen und Bewachern angehalten; alle Leute an Bord wurden in die Steinbrüche (Steinbrüche von Syrakus) gebracht, die Ladungen und die Waren wurden in das Haus des Prätors weggebracht. Kein zweiter Dionysus und auch nicht jener Phalaris hielt sich nach einer langen Pause wieder in Sizilien auf – denn einst brachte jene Insel viele und grausame Tyrannen hervor -, sondern ein gewisses neues Ungeheuer aus jener alten Ungeheuerlichkeit, welche sich an ebendiesen Orten aufgehalten haben soll.

[146] Denn ich glaube nicht, dass Charybdis und auch nicht Scylla so gefährlich für die Seeleute in ebendieser Meerenge waren, wie dieser Halunke da: Dieser Halunke war sogar gefährlicher als dieses, weil er sich mit viel mehr und wilderen Hunden umgeben hatte; der zweite Zyklop war noch viel gefährlicher: Denn dieser bedrängte die ganze Insel, jener soll den Ätna allein und jenen Teil von Sizilien eingenommen haben. Aber welche Ausrede wurde von ihm selbst aufgeführt, ihr Richter, für dessen so verbrecherische Grausamkeit? Dasselbe, was nun in der Verteidigungsrede erwähnt wird. Welche auch immer ein wenig reicher nach Sizilien gekommen waren, sagte er, dass diese Soldaten des Sertorius waren und von Dionium flöhen. Jene holten, um die Gefahr abzuwenden, die einen Purpur aus Tyrus, die anderen Weihrauch, Parfüm und Leinenkleidung, und wieder andere Edelsteine und Perlen, einige Wein aus Griechenland und Sklaven aus der Provinz Asia, damit man an den Waren erkennen konnte, aus welchen Gegenden sie mit dem Schiff kamen. Sie hatten nicht vorhergesehen, dass genau das die Gründe der Gefahr für sie waren, welche sie glaubten, als Beweismittel für ihre Rettung gebrauchen zu können. Dieser sagte nämlich, dass sie dieses durch ein Bündnis mit den Seeräubern erreicht hätten. Er befahl, dass sie selbst in die Steinbrüche weggeführt werden und er ließ deren Schiffe und deren Ladung sorgfältig aufbewahren.

Eine Übersetzung von Thomas Fiege