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In Verrem - Buch 2.1, 066-067

[66] Rubrius lud die Gefährten dessen dort ein; Verres benachrichtigte all jene, was nötig sei. Sie kamen schnell und sie legten sich zu Tisch. Es folgte ein Gespräch zwischen jenen und den Geladenen, so dass nach griechischer Sitte getrunken wurde. Der Gastgeber forderte auf, mit größeren Trinkgefäßen forderten sie einander heraus und es wurde ein Gelage im Gespräch und zur Fröhlichkeit aller gefeiert. Nachdem dem Rubrius die Stimmung genug aufgeheizt zu sein schien, sagte er: "Ich bitte dich, Philodamus, warum befiehlst du nicht, dass deine Tochter zu uns herein gebeten werde?" Der Mann, der sowohl von höchster Würde, als auch schon betagt und Vater war, war entsetzt von der Äußerung des verdorbenen Mannes. Rubrius bestand darauf. Dann leugnete jener, damit er irgendetwas antworte, dass es der griechischen Sitte entspräche, dass Frauen an einem Gelage der Männer teilnähmen. Hier schrie dann einer von einer anderen Seite: "Denn in der Tat darf dies auf keinen Fall ertragen werden; die Frau soll gerufen werden." Und sogleich befahl Rubrius seinen Sklaven, dass sie die Eingangstür schließen und sich selbst am postieren sollen. [67] Sobald jener dies erkannt hatte, dass es sich nur darum handle und darauf abziele, dass seiner Tochter Gewalt zugeführt werden sollte, rief er seine Sklaven zu sich. Er befahl diesen, dass sie ihn selbst vernachlässigen und die Tochter verteidigen sollten. Irgendeiner sollte hinauslaufen, der dem Sohn dieses so große Unheil zu Hause melden sollte. Das Geschrei kam inzwischen im ganzen Haus auf; es brach ein Kampf zwischen den Sklaven des Rubrius und denen des Gastgebers aus; der hochangesehene und äußerst ehrenvolle Mann wurde in seinem eigenen Haus hin und her gehetzt. Ein jeder teilte für sich Schläge aus, schließlich wurde Philodamus selbst von Rubrius mit sehr heißem Wasser übergossen. Sobald dieses dem Sohn gemeldet worden war, eilte er sofort atemlos zum Haus, um sowohl das Leben des Vaters, als auch die Keuschheit seiner Schwester zu retten. Alle Bewohner von Lampsacus machten sich in der Nacht in eben derselben Gemütsverfassung zu seinem Gebäude auf, sobald sie dieses gehört hatten, weil sie sowohl die Würde des Philodamus, als auch die Größe der Ungerechtigkeit bewegte. Hier wurde der Amtsdiener des Verres, der mit seinen Sklaven gleichsam von Rubrius auf Posten gestellt worden war, um die Frau wegzubringen, getötet. Mehrere Sklaven wurden verwundet; selbst Rubrius wurde in der Verwirrung blutig verwundet. Dieser da (Verres), der sah, dass er durch seine Begierde so großen Aufruhr angezettelt hatte, wünschte nur irgendwie zu entkommen, wenn er könnte. Eine Übersetzung von Schandolf