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In Verrem - Buch 1, 016

Auf welche Weise, hast du geglaubt, werden ausländische Nationen dies hinnehmen, auf welche Weise wird der Ruf dieser Tat von dir in die Reiche anderer und in fernste Länder gelangen, wenn sie hören, dass vom Prätor des römischen Volkes in einer Provinz einem König Gewalt angetan, ein Gast beraubt, ein Verbündeter und Freund des römischen Volkes hinausgeworfen worden ist? Wisst, ihr Richter, dass euer Name und der Name des römischen Volkes ausländischen Nationen Anlass zu Hass und Verbitterung geben wird, falls dieses so große Unrecht von dem da ungestraft davon kommt. Solcher Ansicht werden alle sein (eig. „So werden [es] alle glauben“), zumal wenn dieser Leumund von Geiz und Habgier unserer Leute sich verbreitet hat, der Leumund nämlich, dass dies die Tat nicht von dem da allein, sondern auch von denen ist, die sie gebilligt haben. Viele Könige, viele freie Staaten, viele reiche und mächtige Privatleute haben tatsächlich die Absicht, das Kapitol so zu schmücken, wie es die Würde des Tempels und der Name unseres Reiches verlangt.
Wenn diese (alle) begreifen, dass ihr über die Unterschlagung dieses königlichen Geschenks entrüstet wart, werden sie meinen, dass euch und dem römischen Volk ihre Zeichen der Sympathie und Geschenke willkommen sind. Wenn sie aber hören, dass ihr dies bei diesem so vornehmen König, in einer so herausragenden Angelegenheit, bei so bitterem Unrecht ungestraft gelassen habt, werden sie nicht so verrückt sein, Mühe, Sorge, Geld auf Dinge zu verwenden, von denen sie nicht glauben, dass sie euch willkommen sind (Variante: Geld auf Dinge zu verwenden, die, wie sie glauben, euch nicht willkommen sind).

Autor: derschwatte