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In Catilinam - Buch 1, Kap. 01-02

Lateinisches Original:
I. Quo usque tandem abutere, Catilina, patientia nostra? quam diu etiam furor iste tuus nos eludet? quem ad finem sese effrenata iactabit audacia? Nihilne te nocturnum praesidium Palati, nihil urbis vigiliae, nihil timor populi, nihil concursus bonorum omnium, nihil hic munitissimus habendi senatus locus, nihil horum ora voltusque moverunt? Patere tua consilia non sentis, constrictam iam horum omnium scientia teneri coniurationem tuam non vides? Quid proxima, quid superiore nocte egeris, ubi fueris, quos convocaveris, quid consilii ceperis, quem nostrum ignorare arbitraris? O tempora, o mores! Senatus haec intellegit. Consul videt; hic tamen vivit. Vivit? immo vero etiam in senatum venit, fit publici consilii particeps, notat et designat oculis ad caedem unum quemque nostrum. Nos autem fortes viri satis facere rei publicae videmur, si istius furorem ac tela vitemus. Ad mortem te, Catilina, duci iussu consulis iam pridem oportebat, in te conferri pestem, quam tu in nos machinaris.


Übersetzung Latein-Deutsch:
Wie lange noch willst du, oh Catilina, unsere Geduld missbrauchen?
Wie lange noch wird dieser dein Wahnsinn uns verspotten?
Wie lange noch wird sich deine zügellose Kühnheit brüsten?
Haben dich nicht die nächtliche Bewachung des Palatin, nicht die Nachtwachen der Stadt, nicht die Angst des Volkes, nicht die Alarmierung aller Anständigen, nicht diese stark bewachte Senatsversammlung, nicht die Worte und Gesichtsausdrücke dieser beeindruckt?
Merkst du nicht, dass deine Beschlüsse offen stehen?
Siehst du nicht, dass deine Verschwörung durch die aller dieser schon in Fesseln gehalten wird?
Was du letzte Nacht getan hast, was du vorletzte Nacht getan hast, wo du gewesen bist, wen du zusammengerufen hast, welche Beschlüsse du gefasst hast, wer von uns, glaubst du, weiß das nicht?
Oh, Zeiten, oh, Sitten!
Der Senat erkennt dieses und der Konsul sieht es.
Doch dieser lebt. Lebt er?
Ja, er kommt sogar in den Senat.
Er nimmt teil am öffentlichen Beschluss, er notiert und bezeichnet mit seinen Blicken jeden Einzelnen von uns zur Ermordung.
Wir aber, die tapferen Männer, scheinen genug für den Staat zu tun, wenn wir den Wahnsinn und die Waffen von diesem dort vermeiden.
Es wäre schon längst notwendig gewesen, Catilina, dich zum Tod zu führen auf Befehl des Konsuls, dass das Unheil auf dich übertragen wird, welches du für uns alle schon lang ausheckst.

Autor: dini99