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De Re Publica - Buch 3, Kap. 18

Lateinisches Original:
(Philus) 'sanxisset iura nobis, et omnes isdem et idem non alias aliis uterentur. quaero autem, si iusti hominis et si boni est viri parere legibus, quibus? an quaecumque erunt? at nec inconstantiam virtus recipit, nec varietatem natura patitur, legesque poena, non iustitia nostra comprobantur; nihil habet igitur naturale ius; ex quo illud efficitur, ne iustos quidem esse natura. an vero in legibus varietatem esse dicunt, natura autem viros bonos eam iustitiam sequi quae sit, non eam quae putetur? esse enim hoc boni viri et iusti, tribuere id cuique quod sit quoque dignum.

Deutsche Übersetzung:
Wenn uns aber die Natur Gesetze festgesetzt hätte, würden sowohl alle dieselben Gesetze verwenden als auch dieselben zu einer anderen Zeit keine anderen Gesetze nutzen. Wenn es die Aufgabe eines gerechten Menschen und eines guten Mannes ist, den Gesetzen zu gehorchen, dann frage ich welche? Oder wird ein guter Mann allen Gesetzen gehorchen, welche auch immer das sind? Aber weder gestattet die Tugend Inkonsequenz, noch erduldet die Natur Unbeständigkeit, und die Gesetze werden durch Strafe, nicht durch unseren Gerechtigkeitssinn anerkannt; das Recht hat deshalb nichts Natürliches; Daraus ergibt sich jenes, dass es gerechte Menschen nicht einmal von Natur aus gibt. Oder sagen sie, dass in Wahrheit in den Gesetzen die Unbeständigkeit liegt, dass aber die guten Männer von Natur aus dieser Gerechtigkeit folgen, die es gibt, nicht die, von der man glaubt, dass es sie gibt? Dies nämlich ist die Aufgabe des guten und gerechten Mannes, einem jeden das zuzuteilen, was einem jeden würdig ist.

Autor: miriel