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De Re Publica - Buch 1, Kap. 03

Ja sogar berichtet man, dass Xenocrates, ein ganz besonders angesehener Philosoph, als man ihn fragte, was seine Schüler erreicht haben, er geantwortet haben soll, dass sie dies ganz von selbst machen würden, wozu sonst nur Gesetze dazu zwingen würden. Also ist jener Bürger, der alle durch die Herrschaft und die Strafe der Gesetze dazu zwingt, wozu die Philosophen kaum wenige durch Rede überzeugen können, sogar diesen Lehrern selbst vorzuziehen, die darüber diskutieren.

Autor: Dominicus

Übersetzungsalternative:
III. Sie überliefern ja sogar, dass Xenocrates, ein besonders angesehener Philosoph, sooft er gefragt wurde, was seine Schüler begreifen könnten, geantwortet hat, dass sie das aus eigenem Antrieb machten, was sie durch die Gesetze zu tun gezwungen wurden. Jener also, der als Bürger alle durch Herrschaft und durch Strafe der Gesetze dazu zwingt, wozu Philosophen wenige durch den Vortrag kaum überzeugen können, muss sogar diesen Lehrern, die jenes diskutieren, vorgezogen werden. Denn welcher Vortrag von diesen da ist so auserlesen, dass er einem durch öffentliches Recht und Sitten bestimmten Staat vorgezogen werden muss? Ich glaube, wie freilich "große und gebietende Städte", wie Ennius sie nennt, Gehöften und Burgen vorgezogen werden, so meine ich, dass diejenigen, die diese Städte mit Rat und Einfluss führen, aufgrund der Weisheit selbst vor denen, die frei von allen öffentlichen Aufgaben sind, vorgezogen werden müssen. Und weil wir besonders zur Macht des menschlichen Geschlechts, die vergrößert werden muss, gedrängt werden, und wir danach trachten, dass durch unsere Bemühungen und Anstrengungen ein sichereres und reicheres Leben der Menschen entsteht, und wir zu dieser Lust des Ansporns der Natur selbst angetrieben werden, so lasst uns diesen Lauf, der immer der Besten war, halten und lasst uns nicht auf diese Signale hören, die die Zurückgezogenen blasen, um sogar die zurück zurufen, die schon voraus gegangen waren.

Autor: FP