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De Oratore - Buch 1, 142-144


[142] Crassus berichtet: ?Und weil die ganze Kraft und Fähigkeiten des Redners sind fünf Teile geteilt sei, müsse er erst erfinden, was er sage; dann müsse er das Gefundene nicht nur in eine äußerliche Reihenfolge bringen, sondern auch noch einer inneren Gewichtung und einer richtigen Abschätzung verteilen und zusammenstellen; dann müsse dies schließlich mittels der Rede einkleiden und schmücken; danach müsse er es im Gedächtnis aufbewahren; zuletzt müsse er mit Würde und Anmut vortragen; [143] Auch jenes hatte ich erkannt und gelernt, bevor wir über die Sache redeten, müssten wir zuerst die Herzen derer gewinnen, die zuhörten; dann müsse die Sache dargelegt, danach müsse die Streitfrage definiert werden, dann müsse dieses begründet dargelegt werden, was wir bezweckten, danach müsse das widerlegt werden, was dagegen spricht, am Schluss der Rede müsse aber das, was dafür ist, betont und verstärkt werden, und das, was für den Gegner sein, müsse geschwächt und entkräftet werden. [144] Ich hatte auch gehört, was über den Redeschmck selbst überliefert wurde, wobei zuerst vorgeschrieben wird, dass wir rein und lateinisch reden, darauf, dass wir klar und deutlich sprechen, dann, dass wir geschmackvoll sprechen und dass wir dann dem Sachverhalt angemessen und mit Anstand sprechen und ich hatte Vorschriften für die einzelnen hier genannten Dinge kennengelernt.

Autor: brezel