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Ad Familiares - 10, 01

Cicero an Plancus (Rom, September 44)
1. Ich habe sowohl bei meinem Aufbruch nach Griechenland gefehlt, als auch nachdem ich von der Stimme der Republik mitten aus der Reise zurückgerufen worden war, ich habe mich nämlich nie wegen Marcus Antonius ruhig verhalten; dessen Rücksichtslosigkeit ist nicht so groß -- denn dies ist sicher ein alltäglicher Fehler - , sondern seine Unmenschlichkeit, wie er nicht nur die Stimme, sondern gewiss auch nicht irgendjemandes freien Gesichtsausdruck ertragen kann. Deshalb ist meine größte Sorge sicher nicht mein Leben, dem ich genüge getan habe, oder mein Alter oder meine Taten oder, wenn das auch diese Sache betrifft, mein Ruhm, sondern mein Vaterland bewegt mich und als erstes, mein Plancus, die Erwartung deines Konsulats, das so weit entfernt ist, dass man wünschen muss, dass wir bis zu dieser Zeit der Republik am Leben bleiben können; welche Hoffnung kann nämlich in diesem Staat existieren, in dem alles durch die Waffen dieses äußerst despotischen und maßlosen Menschen unterdrückt worden ist und in dem weder der Senat noch das Volk eine Macht haben und weder Gesetze noch Gerichte noch insgesamt irgendein Bild und irgendeine Spur von der Bürgerschaft existieren?

Autor: Erik