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Tusculanae Disputationes - Buch 5, 08

Es würde nicht überliefert werden, dass Atlas den Himmel trage, noch dass Prometheus am Kaukasus angeschmiedet werde, noch dass Cepheus mit der Gattin, dem Schwiegersohn und der Tochter unter die Sterne erhoben wäre, wenn nicht die göttliche Vorstellung von den Himmlischen [= Göttern] deren Name in die Irrtümer des Mythos hineingezogen hätte. Dadurch bewogen wurden hierauf alle, welche auf die Betrachtung der Welt ihr Interesse richteten, Weise genannt und dafür gehalten und dieser ihr Name hat sich bis in die Zeit des Pythagoras verbreitet, der, wie der Schüler Platos Ponnticus Heraclides schreibt, ein ganz besonders gelehrter Mann, der nach Phliuns gekommen sein soll und der mit Leon, dem Führer der Phliuser, geschult und ausführlich bestimmte (philosophische) Probleme erörtert haben soll. Da Leon dessen Begabung und Redegewandtheit bewundert hatte, habe er diesen gefragt, an welchen größten Kunstgriff [Übersetzung von Ars ist schwierig; gemeint ist aber an welchen Trick] er glaube. Aber jener habe geantwortet, dass er zwar keinen Trick wisse aber ein Philosoph sei. Leon habe über die Neuheit des Namens verwundert gefragt, was den Philosophen seien und was sie von den übrigen unterscheide.

Autor: Claudio