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Pro Milone - 11


Die Gesetze schweigen nämlich inmitten der Waffen und sie verlangen nicht, dass man auf sie warte, da jemand, der darauf warten wollte, ungerechtermassen leiden müsste, ehe er gerechtermassen Genugtuung erhielte. Indessen gesteht uns das Gesetz selber sehr weise und gewissermassen stillschweigend das Recht zur Selbstverteidigung zu, weil es nicht verbietet, einen Menschen zu töten, sondern Waffen zu tragen mit dem Vorsatz einen Menschen zu töten, so dass, wenn der Vorsatz, nicht das Tragen einer Waffe untersucht wird, derjenige, der nur zur Selbstverteidigung eine Waffe gebraucht hat, nicht dafür belangt wird, eine Waffe getragen zu haben in der Absicht einen Menschen zu töten. Dieser Grundsatz soll also für diesen Fall feststehen, ihr Richter ; denn ich zweifle nicht, dass ich euch mit meiner Verteidigung überzeugen werde, wenn ihr nur bedenkt, was ihr nicht vergessen könnt: dass man mit Recht einen Attentäter töten kann.

Autor: Kalenni