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Pro Milone - 07

Doch bevor ich zu dem Teil meiner Rede komme, für den euer Gerichtshof zuständig ist, glaube ich dasjenige widerlegen zu müssen, was so oft im Senat von den Feinden, in der Volksversammlung von den Böswilligen und vor kurzem von den Anklägern vorgebracht worden ist, damit ihr, nach Beseitigung jedes Irrtums, deutlich sehen könnt, was Gegenstand dieser Untersuchung ist. Sie behaupten, dass derjenige, der gesteht, einen Menschen getötet zu haben, das Licht des Tages nicht mehr erblicken dürfe. Aber in welcher Stadt gibt es denn eigentlich so unsinnige Menschen um dies zu behaupten? Doch wohl in der Stadt, die als ersten Kapitalprozess den des M. Horatius erlebte, dieses sehr tapferen Mannes, der in einem noch unfreien Staate von der Versammlung des römischen Volkes freigesprochen wurde, obwohl er gestand, mit eigener Hand seine Schwester getötet zu haben.

Autor: Kalenni