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Carmen - 39

Egnatius grinst immer und überall, weil er weiße Zähne hat. Wenn er zur Bank des Angeklagten gekommen ist, wenn der Redner die Tränen erregt, lächelt jener. Wenn beim Scheiterhaufen des Sohnes getrauert wird, wenn die kinderlose Mutter den einzigen (Sohn) beweint, lächelt jener. Was auch immer es ist, wo auch immer er ist, was auch immer er macht, er lächelt. Er hat diese weder feine noch, wie ich meine, gebildete Krankheit. Deshalb muss ich dich ermahnen, guter Egnatius. Wenn du gebildeter (Römer) wärest oder Sabiner oder Tiburter oder ein sparsamer Umbrer oder ein fetter Etrusker oder ein dunkelhäutiger und auch scharfzahniger Lanuviner oder ein Transpandaner, um auch die meinen zu erwähnen, oder jeder beliebige, der seine Zähne sauber putzt; dennoch würde ich nicht wollen, dass du immer und überall lachst. Denn keine Sache ist unpassender als unpassendes Grinsen. Nun bist du Keltiberer: im Land der Keltiberer, was einjeder uriniert hat, ist es ihm durch dieses gewohnt am Morgen die Zähne und das rote Zahnfleisch zu putzen, dass je strahlender euer Zahn ist, desto mehr zeigt, dass du Urin geschluckt hast.

Eine Übersetzung von Thomas Fiege