Latein24.de

De Agricultura - 02

Sobald der pater familias zum Landgut angekommen ist, und er den Vertrauten Schutzgott begrüßt hat, soll er um das Landgut am selben Tag herumgehen, wenn er kann; wenn nicht am selben Tag, doch am Tag darauf. sobald er erkannt hat, auf welche Weise das Landgut bebaut ist, und welche Arbeit gemacht ist, welche ungetan sind, soll er am folgenden Tag den Verwalter rufen und fragen, was an Arbeit getan ist, was noch übrig ist, ob die Arbeiten rechtzeitig genug ausgeführt werden, ob er die Arbeiten erledigen kann, die noch übrig sind, und was an Wein, Getreide und allen anderen Produkten geerntet ist. Sobald er dies erkannt hat, muss er eine Berechnung über die Landarbeiter und Tagewerker vornehmen. Wenn er nicht mit der Arbeit zufrienden ist und wenn der Verwalter sagt, dass er fleißig gearbeitet habe, dass die Sklaven krank waren, dass das Wetter schlecht gewesen sei, dass die Sklaven davon gelaufen seien, dass er öffentliche Arbeit geleistet habe - sobald er diese und viele andere Gründe vorgebracht hat, rufe er den Verwalter wieder zur Rechenschaftsablage über Arbeiter und Arbeit. Wenn Regenwetter gewesen sein soll, sag ihm welche Arbeiten während des Regens hätten geschehen können. Wenn die Sklaven krank gewesen sein sollen, dann hätte man ihnen nicht so viele Nahrungsmittel geben dürfen. Sobald dies in aller Ruhe festgestellt ist, soll der Gutsverwalter dafür sorgen, dass die Arbeiten erledigt werden, die übrig sind. Er soll Berechnungen über Geld und Getreide anstellen und was für das Futter ausgegeben worden ist; die Weinrechnung, Olivenölrechnung, was verkauft ist, was eingenommen ist, was übrig ist, was noch da ist, was verkauft werden soll; was mit hinlänglicher Sicherheit gutgeschrieben ist, das soll sicher gutgeschrieben werden. Er muss dafür sorgen, dass erscheint, was übrig geblieben ist. Wenn etwas für das laufende Jahr fehlt, muss er dafür sorgen, dass es erworben wird; dass verkauft wird, was übrig ist; es soll verpachtet werden, was verpachtet werden muss. Er muss dafür sorgen, dass er befiehlt, welche Arbeiten er tan gehaben will und was er verpachtet haben will und er soll diese geschrieben zurücklassen. Er soll das Vieh prüfend betrachten. Er soll dafür sorgen, dass eine Versteigerung gemacht wird: Er soll das Olivenöl verkaufen, wenn es einen guten Preis hat, den Wein, das Getreide was übrig ist, soll er verkaufen; die alten Ochsen, die entwöhnten Kälber, die alten Eisengeräte, den alten Sklaven, den kranken Sklaven und was auch immer anderes übrig ist, soll er verkaufen. Es gehört sich, dass der pater familias verkaufstüchtig, nicht kauflustig ist.

Autor: Bobice